CHRISTIAN FÜLLER

Journalist, Autor und Kenner der deutschen Bildungsbürokratie

Studieren im 21. Jahrhundert

Agiles, selbstbestimmtes Lernen vs. industrialisierte Lernfabrik

Bildung ist Ländersache – Ein Satz, den wir in Deutschland ab unserer Geburt beinahe täglich hören, gesprochen in einer Sprache, die neben dem geflügelten Wort der “Dichter und Denker” (*innen) auch den wunderbaren Begriff der Bildungsbürokratie hervorgebracht hat. Ein Begriff, der zugleich eine Institution wie auch eine Zustandsbeschreibung sein könnte. Ist ein Land, das an Flughäfen, Bahnhöfen und Olympia-Bewerbungen ebenso scheitert wie an November-Hilfen in der Lage, gerade sein heiß geliebtes und über 100 Jahre wohl gepflegtes Bildungssystem um der Zukunft Willen über Bord zu werfen?

Diese Fragen stellen wir Christian Füller. Der Publizist, der im Internet auch unter dem Spitznamen “Der Pisaversteher” auftritt, kennt die deutsche Bildungslandschaft wie kaum ein Zweiter. Für seine Bücher und Beiträge in diversen Medien reiste er durch die gesamte Republik, sah sich Schulen an, sprach mit Eltern, Lehrkräften und Politiker*innen.

Dabei gilt seine Kritik immer wieder dem staatlichen Bildungsapparat: Zu langsam, zu brav, zu verkopft. Gerade weil sich im Schulsystem immer alle an die Vorschriften halten, drohe langfristig der Stillstand, sagt Füller. Zu den aktuellen Entwicklungen in der Bildung prophezeit er: “Die Bildungsexpansion, die wir erleben, wird Schule von Grund auf revolutionieren”.

Doch ist die deutsche Bildungsbürokratie auf so eine Revolution vorbereitet? Was passiert, wenn der neue, agile Lernbegriff auf ein bürokratisches System aus der Zeit der Industrialisierung trifft?

Christian Füller ist Bildungsjournalist und Buchautor. Er schreibt unter anderem für die Welt am Sonntag, die FAZ, Die Zeit, den Spiegel und kommentiert regelmäßig im RBB-Kulturradio sowie bei Deutschlandradio Kultur. Über das Bildungssystem schrieb er Bücher mit Titeln wie „Schlaue Kinder, schlechte Schulen: Wie unfähige Politiker unser Bildungssystem ruinieren“, “Ausweg Privatschulen? Was sie besser können, woran sie scheitern” oder zuletzt im Dudenverlag: „Muss mein Kind aufs Gymnasium? Bildungserfolg ohne Druck“.

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17. Juni
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